Tagebuch Reise von Pelotas nach Ubatuba



Samstag, 11. 5. 2013

Morgens kommt wie verabredet Ari vorbei. Wir regeln das Finanzielle und veraschieden uns. Wieder einmal genieße ich da bezüglich der Abrechnung vollstes Vertrauen von Ari: Ich frage ihn, was zu bezahlen sei und er gibt zurück, er wisse es nicht, ich solle mal den Betrag ermitteln. Ich suche also die Quittung der voraus gezahlten 50% Liegegebühr heraus, runde den verbleibenden Restbetrag großzügig nach oben auf (für all die kleinen aber unschätzbaren Dienstleistungen, die Ari sonst gar nicht berechnet hätte) und rechne in Euro um, da die Barzahlung in Euro für mich am einfachsten ist und Ari wohl dank bislang stetig steigender Euro Kurse zum Real auch gar nicht schlecht damit fährt.

Anschliessend mache ich mich -mangels Wind unter Motor- auf den Weg zum 22sm entfenten Rio Grande. In der Durchfahrt wird gerade gebaggert, was wohl auch dringend nötig ist. Während der Begegnung mit einer Fähre sitze ich am Rand mal wieder auf, komme aber anschließend gleich wieder frei. Die Autofähre nimmt aktuell wohl wegen der verminderten Wassertiefe den Umweg um die vorgelagerte Insel statt die Baggerrinne zu benutzen. Bei den Behörden ist man diesmal entgegenkommend und gibt mir gleich die Papiere für das Auslaufen morgen mit. Ich muss also nicht noch mal deswegen los.

Sonntag, 12. 5. 2013.

Morgens springt die Maschine wieder nicht an. Erst als ich per Kabel die Glühkerzen direkt mit der Batterie verbinde klappt es sofort. Irgendwas stimmt anscheinend doch noch nicht mit der ganzen Relais-Mimik zum Vorglühen.

Mittags gehe ich noch schön im Yachtclub Restaurant essen und lege dann ab. An der Bunkerstelle fülle ich die in Pelotas neu erworbenen Diesel-Kanister (3x20l), damit ich bei Flaute etwas mehr Reichweite habe. Die ersten Tage sieht es laut Wetterbericht von vorgestern leider sehr nach Flaute aus, was zum Eingewöhnen aber auch Vorteile hat. Aktuell habe ich leider keinen neueren Wetterbericht mehr bekommen, da das Internet im Yachtclub Rio Grande zur Zeit nicht funktioniert.

Leider habe ich ca. 1kn Gegenstrom und so wird schon dunkel, als ich mit der Maschine endlich die 12 sm entfernten Molenköpfe dr Einfahrt nach Rio Grande passieren kann. Auch danach ist ohne Motor kaum an ein Fortkommen zu denken. Nur ein leiser Windhauch füllt die zusätzlich zum Motor gesetzten Segel ein klein wenig. Aber das alleine reicht nicht einmal für einen Knoten Fahrt.

Die See ist sehr ruhig, - kaum Dünung, wie man das sonst vom Atlantik – oft auch bei Flaute - gewöhnt ist. Gegen 0 Uhr stoppe ich die Maschine und schlafe erst Mal. Vielleicht kommt später ja doch Wind. Milan treibt zunächst ganz langsam weiter nach Norden, irgendwann später allerdings wieder nach Süden. Gegen 7 Uhr mache ich mich ausgeschlafen und nach einem kleinen Frühstück auf die Weiterreise. Die wunderbare Morgenruhe wird durch den Motor leider gestört, aber wenn ich eine Chance haben will, bis zum 20. Ubatuba zu erreichen, um David nicht zu lange warten zu lassen, kann ich mir keine allzu langen Liegezeiten erlauben.

Beim Aufräumen finde ich unter dem Tisch noch ein merkwürdiges Überbleibsel von der Werftzeit: Ein ausgetrockneter kleiner Frosch, der seinen Weg irgendwie in die Kabine gefunden haben muss und dort nicht überlebt hat.


Merkwürdiges Überbleibsel auf dem Kabinenboden aus der Werftzeit




Montag, 13. 5. 2013

Das Etmal mit 50sm wie zu erwarten denkbar bescheiden. Dafür der Nachmittag herrlich sonnig und warm, sodass sogar wieder eine Seewasserdusche aus der Pütz durchgeführt wird. Beschäftige mich mit einigen kleineren Arbeiten wie z. B. der immer wieder beliebten Aufgabe den Fettspender für die Propellerwelle nachzufüllen. Dabei habe ich regelmäßig das Gefühl, das halbe Schiff mit zu fetten.

Abends gibt es den Fisch, den ich mir vom Fischmarkt in Rio Grande noch mitgenommen habe.

In der Nacht ist es etwas regnerisch und über Land ziehen Gewitter auf.

Dienstag 14. 5. 2013

In der zweiten Hälfte der Nacht kommen die Gewitter auch raus auf See, allerdings zieht keines über mich hinweg und der aufkommende Wind ist mit Bft 4-5 gut um zu segeln, auch wenn er bis in die frühen Morgenstunden aus NE kommt und mir so einen Ostkurs aufzwingt. Es ist viel Verkehr hier, sodass an durchgängiges Schlafen nicht zu denken ist. Stattdessen kommen wieder die zermürbenden viertel- bis halbstündigen Schlafintervalle zum Einsatz. Gegen 7 Uhr hat der Wind günstig gedreht, sodass ich meinem Ziel mit 4-5kn direkt entgegen segeln kann. Gegen 8 Uhr höre ich an Deck irgend etwas kurz nachgeben und stürze alarmiert nach oben. Dort kann ich jedoch zunächst nichts entdecken. Alles scheint am gewohnten Platz. Eine gute Stunde später ist klar was es war: Die vom Segelmacher in Pelotas offenbar zu schwach bemessene Kausch am Unteriek des Großsegels ist nach ein paar Stunden Segelns bei mäßigem Wind ausgerissen und inzwischen ist das Unterliek in der Schiene knapp 2m nach vorne gerutscht. So ist das Segel natürlich eindeutig zu bauchig und es ist nur eine Frage der Zeit bis das Unterliek sich da ganz heraus gearbeitet hat. Einrollen lässt sich so natürlich auch nichts mehr. Also muss das Segel komplett geborgen werden, um das Unterliek wieder einzufädeln. Fortan werde ich das Segel nicht mehr ganz ausreffen können. 1-2 Umdrehungen müssen immer eingerollt bleiben, damit das Unterliek in der Schiene bleibt. Ein Glück, dass nicht zuviel Wind für die ganze Aktion ist. Gegen 10 Uhr sind wir wieder in Fahrt und erfreulicherweise nach wie vor auf direktem Zielkurs.

Am frühen Nachmittag dann aber schon wieder Flaute und Weiterfahrt unter Maschine, die offenbar mangels Vorglüh Leistung doch wieder erst zu starten ist, nachdem ich den Glühstrom direkt mit einem provisorischen Kabel von der Batterie zuführe.

Gegen Nachmittag schläft der Wind leider wieder komplett ein und ich motore bis zum Abend noch mal 6h. Insgesamt bin ich damit jetzt schon bei 30h! Ich will Maschine und Dieselvorrat diese Nacht lieber schonen und auch mir eine Schlafpause gönnen. Deshalb stoppe ich für die Nacht ganz und lege mich schlafen, nicht ohne zuvor ein leckeres Abendessen bestehend in einem Auflauf mit Nudeln, Blumenkohl, Kartoffeln und Tomate zu genießen.

Mittwoch, 15. 5. 2013

Gegen 04:00 morgens stehe ich auf und stelle zu meiner Freude fest, dass eine leichte Brise aus NE aufgekommen ist. Gerade genug zum Segeln, jedoch wieder mal aus der falschen Richtung.

Ich fahre mit einem NW Schlag bis auf knapp 3sm an die Küste heran und wende dann auf E Kurs, was mich zwischen etlichen Fischern hindurch wieder Richtung See und immerhin auch etwas Richtung Ziel bringt (ca. 60° vom Sollkurs).

Das Tages Etmal mit 64 gesegelten sm natürlich wieder enttäuschend. Wie soll es auch anders sein, wenn man unter Maschine derart langsam ist und zudem noch stundenlang ganz gestoppt liegt. Verbleibende Distanz noch ca. 490sm. Wenn es so weiter geht, brauche ich bis Ubatuba noch mindestens bis zum 23., statt wie mit David verabredet bis zum 20.

Nachmittags probiere ich bei immer noch ruhigem Wetter noch mal die neue Lichtmaschine einzubauen, die nach Aussage eines Kfz Elektrikers in Pelotas, dem ich sie zum Prüfen mitgegeben hatte jetzt funktionieren soll. Der Elektriker meinte ich hätte mit den Zusatzkabeln für den externen Hochleistungsregler einen Kurzschluss verursacht, aber nach der Entfernung der Kabel soll sie bei ihm funktioniert haben. Selbst ohne den Hochleistungsregler erhoffe ich mir von der neuen mehr Leistung als das was die alte jetzt nur noch bringt. Leider funktioniert das gute Stück aber auf Milan tatsächlich wieder nicht, auch nicht nachdem ich zum Testen die denkbar einfachste Verdrahtung angeschlossen habe: Plus und Minus Leitungen direkt zur Batterie und eine improvisierte „Ladekontroll-Glühbirne“ für die Anfangs Erregung von D+ direkt auf Batterie-Plus. Die Ladekontrolleuchte leuchtet nicht, weil es nämlich von D+ nach Masse keinen Durchgang gibt. Es ist mir schleierhaft wie das Ding so beim Elektriker funktioniert haben soll, oder was jetzt daran kaputt gegangen sein soll. Also baue ich das Teil wieder aus und die alte Maschine wieder ein. Wenigstens kommt nach dieser frustrierenden Mechaniker Übung günstiger Wind auf und ich überschreite schon bald zum ersten Mal auf dieser Reise die 5kn Marke

Donnerstag, 16. 5. 2013

Leider brist der achterliche Wind in der Nacht weiter auf, als mir lieb ist. Milan rauscht bei dicht gerefften Segeln mit im Schnitt 6-8kn durch die Nacht. Spitzenwerte im Surf in Wellentäler werden vom GPS mit bis zu 12kn angezeigt! Die grober werdende See macht es der Windpilot Anlage bald unmöglich das noch zu beherrschen und so bin ich die ganze Nacht im Regen mit vollem Ölzeug zum Steuern an Deck gebunden. Gegen 4 Uhr bin ich völlig übermüdet und drehe bei, um ein wenig zu schlafen. Selbst die Drift Geschwindigkeit quer zum Wind beträgt noch rund 4kn – soviel wie ich bei ruhigem Wasser gerade mal mit der Maschine erreiche. Um 06:30 geh es wieder weiter. Am Morgen stolpere ich beim Versuch zur Windfahne nach achtern zu gelangen und schlage mit der Wange auf eine Relingstütze auf. Ich bin heilfroh, dass dabei nur eine schwach blutende Platzwunde an der Augenbraue resultiert, die wohl von der nach oben gedrücken Brille her rührt. Die (neue) Brille ist scheinbar unbeschädigt und es ist vor allem nichts ins Auge gegangen. Da habe ich wohl großes Glück gehabt. Es ist recht ungemütlich: See 3-4 m, Wind SW 7. Der Regen scheint zwar durch zu sein, aber es ist immer noch bedeckt. Nur hinter mir ist ein Streifen blauer Himmel zu sehen, der aber nicht so recht heran kommen will.

Ach ja: Ein ganz kleiner Vogel hat sich nach hier draußen verirrt und ruht sich eine Weile auf dem Babystag aus. Dann ist er irgendwann wieder verschwunden. Ob er es wohl geschafft hat?

Und am Vormittag habe ich zum ersten Mal von unterwegs einige vorbereitete mails via Iridium Satelliten Telefon abgeschickt. Schönes Gefühl, dass diesmal der Kontakt nach Hause nicht ganz unterbrochen ist.

Das Etmal fiel mit 135sm für Milan hervorragend aus. Am Mittag sind es noch rund 350sm bis Ubatuba. Etwa die Hälfte ist also geschafft.

Auch am Abend lässt sich Milan von mir nicht dazu bewegen, sich wieder zuverlässig selbst zu steuern. Trotz diverser Versuche, den Segeltrimm optimal zu gestalten sind weder Autopilot noch Windpilot dem Seegang gewachsen. Es geht immer nur ein paar Minuten gut, dann muss ich wieder eingreifen. Entnervt gebe ich auf, drehe bei und lege mich von 20-24 Uhr erst mal schlafen in der Absicht dann den Rest der Nacht von Hand zu steuern.

Freitag, 17.5.2013

Um 0 Uhr ist es aber schon deutlich ruhiger geworden und ich bin den Rest der Nacht doch nicht ans Ruder gebunden, sondern kann die Steuerarbeit wieder dem Windpilot überlassen. So kann ich die Zeit besser zum Abwaschen und für andere dringend notwendige Aufräumarbeiten sowie zum Lesen und Schreiben (dieses Berichtes) nutzen.

Gegen Morgen komme ich in etwa 10sm Abstand an einem großen Sperrgebiet zur Ölförderung vorbei. Einen gehörigen Schreck bekomme ich, als ein Hubschrauber auf dem Weg dorthin dicht über mir aber wegen der tief hängenden Regenwolken doch unsichtbar vorbei knattert.Ich stürze hastig an Deck, weil ich das Geräusch im ersten Moment für einen Fischkutter gehalten habe, der dann aber entschieden zu nah gewesen wäre!

Da das eingekaufte Brot gestern aufgebraucht wurde, gibt es heute erstmalig wieder frische Brötchen aus der „Bord-Bäckerei“. Immer wieder ein kleines Highlight im Seglerleben.

Auch das heutige Etmal beträgt 135sm und ist insbesondere in Anbetracht der 4 stündigen Schlafpause damit für Milan rekordverdächtig.

Leider wird der Wind im weiteren Tagesverlauf schon wieder zu schwach für eine gute Geschwindigkeit: „Nur noch 4-5kn“ sind drin und außerdem regnet es eine Zeitlang. 3 h am Abend muss sogar der Motor wieder mithelfen. Gegen 22Uhr habe ich dann noch eine meinerseits weniger geschickt abgewickelte Begenung mit einem Treibnetzfischer. Ich realisiere erst relativ spät, dass er doch schon etwas näher als gedacht ist und vermute dann aufgrund seiner Lichterführung und der Windrichtung, dass er das Netz wohl auf der mir zugewandten Bb Seite hat. Daraufhin reagiere ich etwas voreilig indem ich den Kurs ändere, um auf seine andere Seite zu wechseln. Dabei habe ich allerdings nicht gebührend berücksichtigt, dass mich dieses Manöver zum jetzigen Zeitpunkt erst richtig nah an ihn heran bringt. Er schaltet einen zweiten Arbeitsscheinwerfer ein und versucht mich wohl über Funk zu erreichen. Davon verstehe ich aber in dem blechernen Funkton kein Wort und er versteht offenbar von meinem Englisch genauso wenig. Also werfe ich den Motor an, drehe ganz um und fahre einen weiteren Bogen um ihn auf der alten Seite. Im Nachhinin betrachtet häte ich wohl einfach auf dem alten Kurs bleiben sollen, da hätte der Abstand sehr wahrscheinlich ausgereicht. Da ich haber unter Segel hoch am Wind nicht weiter nach Stb konnte war mir das zu knapp erschienen.

Samstag, 18. 5. 2013

Nach Mitternacht nimmt die Zahl der ringsum sichtbaren Lichter von Fahrzeugen angenehmerweise sehr bald auf Null ab. Trotzdem bleibe ich nach dem Erlebnis mit dem Fischer bei einem Halbstunden Schlaf-Wach Rhythmus. Der Wind ist zunächst schwach und wechselhaft, später dann weht er aus E und nimmt bis zum Morgen auf Bft 4-5 zu. Das erlaubt mir gerade noch den Sollkurs von 040 anzuliegen. Hoffe es bleibt so, - oder wird besser!

Ich beschäftige mich u. A. mit ein par Erweiterungen / Bugfixes an meinem Logbuch / Navigations-Programm. Nachdem ich festgestellt habe, dass der programmierbare Taschenrechner, den ich immer als Bordnetz unabhängiges Backup für die Berechnungen der astronomische Navigation in der Hinterhand glaubte gar nicht mehr funktioniert, will ich doch wenigstens ein paar Tabellen mit mit Sonnen Ephemeriden haben, sodass man die Berechnungen dann notfalls auch mit einem einfachen Taschenrechner (umständlich) durchführen könnte. Was nutzt mir sonst der schöne Sextant, wenn nach einem kompletten Bordnetz Ausfall dann nichts mehr für die Berechnungen verfügbar wäre. NautLog kann die Ephemeriden Berechnung als Einzelwert für Sonne Mond und Fixsterne schon lange. Es fehlt nur noch die Ausgabe als Monatstabelle, die ich dann ausdrucken will. Nicht besonders schön (um ehrlich zu sein eher hinein gehacked :-) ist dieses Feature dann am Nachmittag drin und ich drucke mir die Notfall Tabellen aus. Natürlich hoffe ich aber schon, dass ich sie nie brauchen werde, denn ein solcher Total Ausfall hieße ja auch, dass man bei Nacht keine Lichter mehr zeigen kann und und und … Gehört habe ich sowas aber tatsächlich schon mal von Seglern auf einem größeren Schiff, denen unterwegs gleich beide Generatoren ausgefallen waren und die dann irgendwann ganz ohne Strom waren.

Auch das Aufräumen der zur Abstellkammer verkommenen Vorschiffskoje steht auf dem Tagesplan, denn schließlich will ich meinem Mitsegler David am Montag eine Koje anbieten können. Am späteren Abend dreht dann leider der Wind, sodass ich kreuzen muss.

Sonntag, 19. 5. 2013

In der Nacht muss ich das erste Mal wenden, da ich sonst in das Sperrgebiet um die Ilha Alcatrazes einlaufe. Nein es handelt sich nicht um ein Gefängnis, wie bei dem ehemals berüchtigten kalifornischen Namensvetter, sondern ein Schießgebiet der brasilianischen Marine und Luftwaffe. Zwar wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag vermutlich niemand schießen, aber Ärger gäbe es ja vielleicht doch.

Gegen 8 Uhr, nach dem Frühstück, dann die zweite Wende mit der ich aber wohl nicht auskommen werde. Auf diesem Bug liegt nun recht voraus die recht hohe Insel Sao Sebastiao. In der direkten Verlängerung dahinter läge mein Zielhafen, aber ich kann ja leider nicht über die insel fliegen. Es steht nun tatsächlich zu befürchten, dass mir eine weitere Nacht des Aufkreuzens zwischen den umliegenden Inseln bevor steht. Dann natürlich ganz ohne Schlafpause, wozu ich eigentlich gar keine Lust mehr habe. Naja erst mal sehen wie der Tag sich tatsächlich noch entwickelt.

Es stellt sich dan heraus, dass es tatsächlich noch die ganze Nacht bis zur Ankunft brauchen wird. In der Nacht schläft der Wind dann vollends ein, sodass ich dieletzten 7h noch einmal den Motor zu Hilfe nehme, der allerdings zunächst wieder Start-Schwierigkeiten macht.











Montag, 20. 5. 2013

Gegen 09:30 laufe ich in die Bucht Saco da Ribeira ein. Alles sieht doch sehr abgelegen aus und ich frage mich plötzlich, ob ich die Position des Ubatuba Yachtclubs, in dem ich David treffen will auch wirklich richtig ermittelt habe. Ist der Club vielleicht doch in der Stadt Ubatuba selbst? - Das wäre dann 10 sm weiter.

Es gab ja zwei mögliche Liegeplätze, die Heitor mir noch im Januar empfohlen hatte: Eine Mooring hier in der Saco da Ribeira und den Ubatuba Yachtclub. War der Yachtclub tatsächlich in der gleichen Bucht?

Ich kann die Infos vom Yachtclub, die ich mir noch daheim via Web geholt hatte im Moment nicht mehr finden, werde etwas nervös und schicke sogar Angela eine SMS, sie möchte doch bitte noch mal nachschauen. Die Antwort kommt prompt, allerdings hat Angela auf die Schnelle nur einen ganz anderen Yachtclub gefunden, sodass mir die Info auch nicht weiter hilft. Inzwischen konnte ich jedoch auch einen Segler auf seinem Boot, das ich gerade passierte fragen und bekomme die Bestätigung, dass alles seine Richtigkeit hat: Der Club liegt in der gleichen Bucht wie Heitor's Mooring.

An der Pier des Clubs angelangt will man mich zunächst nicht haben. Der Club sei privat und nur Club-Mitglieder hätten Zugriff auf die Anlagen. Ich berufe mich auf Heitor, der hier bereits im Januar für mich bis zu einer Woche Liegezeit ohne Gebühren ausgehandelt hatte und schließlich darf ich tatsächlich einen der Liegeplätze zwischen den Millionen schweren Motoryachten belegen. Ich bekomme sogar Marina Personal zum Festmachen an Bord. Der Club hat wieder südamerikanischen Standard und bietet neben den auch in Deutschland üblichen Sanitär Anlagen Swimming-Pool, Restaurant und einen kleinen Lebensmittel Laden. Alles sehr nobel und ohne Heitor's Vorarbeit sehr wahrscheinlich zu teuer für mich. Ich frage lieber noch mal nach, ob ich tatsächlich bis Freitag gebührenfrei hier liegen darf und bekomme die Bestätigung.

Internetzugriff funktioniert hier leider zur Zeit nicht und so weiß ich nicht, wann ich mit David rechnen kann. Er kommt am frühen Nachmittag zusammen mit Heitor, der ihn die ganze Strecke von Sao Paulo hier her gefahren hat. Einmalig hilfsbereit: Schließlich musste er dazu gut 500km erst mal von zu hause nach Sao Paulo fahren. Er ist um Mitternacht gestartet und wird erst morgen wieder zu Hause sein.

Vom Füllen des Wassertanks gibt es noch eine lustige Episode zu berichten: Vor ca. 7 Jahren war mir durch den Einlass-Stutzen einmal ein Gardena Endstück in den Tank gerutscht und dort verschwunden. Heute nun ist dieses Teil nach 7 Jahren im Einlass-Schlauch wieder aufegeschwommen und konnte geborgen werden! Ich glaube die Wahrscheinlichkeit, dass dieses durch Zufall genau so aufschwimmt, dass es aufrecht durch den Einlassschlauch nach oben kommt war vermutlich ähnlich gering wie ein 6er im Lotto.


Wieder aus dem Tank aufgetaucht nach 7 Jahren!




Dienstag, 21. 5. 2013

Zusammen mit David fahre ich am Vormittag mit dem Bus nach Sao Sebastiao, um die Formalitäten bei Policia Federal und Capitania zu erledigen. Die Fahrt nimmt inklusive Umsteigen 2h(!) in Anspruch, die Prozeduren selbst aber gehen dann wenigstens relativ zügig von Statten. Ich besorge gleich die Papiere für das Auslaufen mit, da ich diese Odysse nicht extra dafür noch mal machen will.

In einem Elektro-Laden dort – auf dem Weg zur Capitania - finde ich tatsächlich auch noch halbwegs passenden Ersatz für den korrodierten Kurzschluss-Schalter, mit dem der Wind Generator gestoppt werden kann.

Nachmittags repariert David das Kompasslicht, während ich beginne, die neue Leitung zu verlegen, die das Bug-Licht wieder zum Leben erwecken soll. Letztere Tätigkeit können wir gemeinsam abschließen und am Abend funktionieren Zweifarben und Kompass Licht wieder.

Mittwoch 22. 5. 2013

Vormittags steht die Proviant Übernahme an. Mit einem bis über den Rand gefüllten Einkaufswagen stehen wir an der Kasse und haben Glück: Man bietet uns an, die Ware zum Boot zu liefern. Die Lieferung erfolgt mit einem alt gedienten Fahrrad nicht ganz ohne Schwund: Eine der Bierdosen hat den Rüttel und Quetsch Test auf den holprigen Straßen hier nicht bestanden.

Der Versuch, das Dampferlicht wieder zu reparieren gelingt leider nicht. Ich finde direkt an der Lampe zwar eine korrodierte Lüsterklemme, aber auch nach deren Austausch funktioniert die Lampe nicht. Die Feuchtigkeit der vergangenen 3 Monate in der Kabine hat der Elektrik offenbar stark zugesetzt. Auch die Leitungen zum Dampfer- und Ankerlicht müssen innen irgendwo korrodiert sein. Da ich hier im Moment nicht auch noch neue Leitungen legen willmuss das kjetzt erst mal so bleiben. Die für's Segeln wichtige Beleuchtung funktioniert ja.

Außerdem kommt noch eine Backup Batterie mit 150Ah an Bord. Somit habe ich wieder zwei Bordnetz Batterien an Bord, die ich aber diesmal nicht permanent zusammen schalten, sondern von Zeit zu Zeit wechseln will.



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